Zum Ausfallrisiko von Existenzgründungen

24.11.2014 - 16:30
Dr. Kai Flehmig-Pichlmaier weist in seiner Experten-Kolumne auf Focus Online über das Ausfallrisiko von Existenzgründungen darauf hin, dass Kapitalgeber Neugründungen grundsätzlich risikoreicher einschätzen als junge Unternehmen, die seit wenigen Jahren auf dem Markt sind. Diese Einschätzung steht allerdings auf schwachen Beinen. So unterschiedlich die Ergebnisse der jährlich veröffentlichten Zahlen zu Neugründungen bei KfW, IfW oder ZEW ausfallen, so unterschiedlich sind auch die Ergebnisse in der Darstellung der Insolvenzen.

Deshalb ist die Basis dieser Auswertungen kritisch zu hinterfragen. Der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Gründerverbands besteht darauf, dass bei der Analyse des Ausfallrisikos zunächst „eine Selektion nach Nebenerwerbern und Vollerwerbern erforderlich ist. Im zweiten Schritt ist wichtig, bei den Vollerwerbern zu differenzieren, ob diese einen Bedarf an externen Finanzmitteln haben, ob sie aus der Arbeitslosigkeit gründen und als klassische „Notgründer“ anzusehen sind. Bei Vollerwerbsgründern, die keinen externen Finanzmittelbedarf haben und zuvor länger in der Arbeitslosigkeit waren, besteht ein sehr hohes Risiko, dass das Geschäftskonzept keine echte Perspektive aufzeigt und nicht gründlich und plausibel auf Erfolgswahrscheinlichkeit geprüft worden ist. Hier wird gegründet, weil gegründet werden soll! Die Ausfallquote ist hoch.“

Als Konsequenz erstellt der Deutsche Gründerverband deshalb neben seinem Bonitätsrating auch ein Erfolgsrating, das die qualitativen Unternehmensfaktoren berücksichtigt. Dann werden Neugründungen und Jungunternehmen immer sicherer. Denn:

Ihre Idee ist es wert!