Wieviel Zeit muss man für die Gründung einplanen?

25.02.2014 - 14:15
Der KfW Gründungsmonitor weist jedes Jahr weniger Gründungen auf und jedes Jahr sind die Gründungshemmnisse die gleichen: Bürokratie und Verzögerungen durch Finanzierungsschwierigkeiten. Gründer schätzen den Zeitaufwand für eine Unternehmensgründung häufig falsch ein. Über politische Beiträge und Medienberichte wissen wir, dass die Politik viel unternimmt, um diese Zeit zu verkürzen. Auch die Gründer wissen in der Regel, welche Ämter sie besuchen müssen.
Der IfM hat in einer Studie zuletzt herausgefunden, dass Ämter für die Anmeldung einer UG, Unternehmergesellschaft ­- umgangssprachlich auch Mini-GmbH genannt - durchschnittlich 6,3 Tage brauchen – was machen Gründer die anderen 180 Arbeitstage, die ein Gründungsprozess laut KfW üblicherweise braucht?
 
Ideenfindung – so viel Zeit muss sein
Eine Unternehmensgründung ist ein Prozess, bei dem jeder Schritt auf dem nächsten aufbaut. Die einzelnen Projektschritte können kaum parallel bearbeitet werden.
Am zeitaufwändigsten ist nach den Erfahrungen des Deutschen Gründerverbands die Validierung der Geschäftsidee. Das kann schon mal ein halbes Jahr dauern. Mit einem erfahrenen Berater an der Seite kann der Gründer diese Phase deutlich verkürzen. Der Berater stellt die richtigen Fragen in der richtigen Reihenfolge, kann bei der Wettbewerbs- und Standortanalyse Unterstützung leisten und gemeinsam mit dem Gründer Lösungen erarbeiten, wenn dieser nicht genau weiter weiß.
 
Finanzplanung – professionelle Unterstützung bringt valide Ergebnisse
Mit der Ideenfindung sollte die Erarbeitung eines Geschäftskonzepts inklusive Finanzplanung einhergehen. Ein Gründer muss nicht im Detail wissen, wie die einzelnen Formeln der Finanzplanung funktionieren, aber er muss wissen, was die wesentlichen finanziellen Kennzahlen seines Geschäftsmodells sind. Der künftige Unternehmer muss verstehen, welche Auswirkungen Zahlungsziele auf die Liquidität haben, welche Konsequenzen Lagerhaltung auf die Rentabilität hat. Ein guter Berater begleitet den Gründer deshalb nicht nur bei der Erstellung des Geschäftsplans, sondern ist auch nach der Gründung auch zur Stelle, wenn Soll- und Ist-Abgleich voneinander abweichen.
 
Behördengänge planen
Nach der Geschäftsplanung stehen die administrativen Aufgaben wie Behördengänge, Anträge u.ä. an. Dauer und Aufwand hängen von dem Geschäftsmodell und der Branche ab und leider allzu häufig von den Behördenmitarbeitern selbst. Im Deutschen Gründerverband haben wir sowohl äußerst positive Geschichten gehört, aber auch Blockaden erlebt. Hier helfen Hartnäckigkeit und ein Berater, der auch mal mit dem Gründer zum Amt geht.
 
Kritische Phase – Finanzierung
Die nächste kritische Phase ist die Phase der Finanzierung. Viele Gründer scheuen das Gespräch mit der Bank und haben Angst, dass all die Vorbereitung umsonst gewesen sein könnte, wenn die Finanzierung nicht klappt. Von der Abgabe des Businessplans bis zum Erstkontakt mit der Bank vergehen durchschnittlich zehn Tage des Wartens. Wenn die erste Sichtung durch den Bankmitarbeiter positiv ausfällt, muss der Gründer nochmal 12 Arbeitstage warten, bis das Konzept geprüft wurde, ggf. nachgebessert, Formulare angefordert und ausgefüllt, das Rating durchgeführt und eine abschließende Kreditprüfung durchgeführt ist. Planungssicherheit kann dann entstehen, wenn Berater und Gründer vor Abgabe des Businessplans wissen, was die Bank für eine – möglichst positive – Kreditentscheidung braucht. Das spart Zeit und Nerven.
 
Denn erst nach der positiven Entscheidung der Bank leitet diese den Antrag zum Startgeld an die KfW weiter, die dann ebenfalls nochmal einige Zeit braucht für einen in der Regel positiven Entscheid. In dieser Phase kann der Gründer aber schon mal loslegen.
Viel Erfolg. Denn Ihre Idee ist es wert!