So nicht – es geht auch anders

18.12.2013 - 15:00
Die Idee ist gut. Unsere Freundin, nennen wir sie Meike, hat einen guten Job in einer großen Werbeagentur, viel Erfahrung und ist sehr kreativ. Sie ist ungebunden und möchte unbedingt etwas Neues machen. Sie hat eine Idee:
Sie entwirft eine Handtasche. Eine Handtasche mit einer Geschichte, individuell, praktisch, schön, voll im Trend. Damit will sich Meike selbstständig machen und endlich ein eigenes Unternehmen gründen.
 
Um es vorweg zu nehmen. Die Geschichte endete in einem Desaster. Eigentlich hat sie alles richtig gemacht, Gründungsberatung und -coaching in Anspruch genommen, eube Businessplan erstellt und prüfen lassen, Fördergelder beantragt, Prototypen entwickelt.
 
Erste Kunden haben versprochen, größere Mengen abzunehmen und damit begann die Geschichte von einer hoffungsvollen Gründung, die in einer Katastrophe endete. Kein Berater, ob Gründungsexperte oder Bankberater, hat sie aufgehalten. Sie hat alle Ersparnisse in die Produktion ihrer Taschen investiert – ohne gesicherte Abnehmer zu haben. Der erste Kredit war aufgenommen, der zweite folgte. Die Händler ließen sich nur auf Kommissionsware ein. Das Weihnachtsgeschäft hat sie viel zu spät mitgenommen und dann lief es nicht wie geplant. Irgendwann konnte sie ihre Schulden nicht mehr bedienen.
 
Letztlich waren es die Familie und Freunde, die sie aufgefangen haben, als sie ganz unten war. Hochverschuldet, ohne Job. Inzwischen hat sie wieder eine feste Anstellung in der Medienbranche. Manche sagen, um eine Erfahrung reicher. Eine bittere Erfahrung, die sich hätte vermeiden lassen.
 
Ihr Schicksal teilen nicht wenige Gründer – obwohl sie eigentlich alles richtig gemacht hat. Ihre Vita und ihre Persönlichkeit sprachen dafür, dass sie das Potenzial für eine erfolgreiche Jungunternehmerin hat. Der vom Berater geprüfte Businessplan war aussagekräftig und realistisch. Die Bank hatte an der Bonität und den Sicherheiten nichts auszusetzen.
 
Gescheitert ist das Projekt letztlich, weil die Zusammenarbeit der Gründungspartner nur punktuell und zeitlich begrenzt war. Die Prüfung des Businessplans und der Bonität allein macht noch kein erfolgreiches Unternehmen. Entscheidend ist neben einer validen Aussage zur Gründerperson, zu Marktchancen und Idee eine mittelfristige Begleitung des Jungunternehmers bzw. Unternehmerin von 36 Monaten, in denen die ersten Hürden der Selbstständigkeit gemeinsam genommen werden und das junge Unternehmen gemeinsam zum Erfolg gebracht wird. Denn:

Ihre Idee ist es wert!