Mangelhafte Businesspläne sind nach wie vor ein Problem

10.02.2014 - 17:00
smartgründen: Herr Dr. Flehmig-Pichlmaier, vor etwa zwei Jahren haben Sie in einer Studie untersucht, warum Banken Finanzierungsanfragen von Gründern ablehnen. Sie haben unterschieden zwischen formalen Mängeln und inhaltlichen Mängeln. Damals wurde sehr häufig kritisiert, dass Businesspläne unvollständig seien, dass Angaben zum Standort und zur Branchenstruktur unzureichend waren und beispielsweise Liquiditäts- und Rentabilitätspläne nicht den Anforderungen des Kreditgebers entsprochen haben. Aus heutiger Sicht. Hat sich da etwas geändert?
 
Dr. Kai Flehmig-Pichlmaier, Vorstand Deutscher GründerverbandDr. Flehmig-Pichlmaier: Online und digital gibt es sicherlich genügend Vorlagen für die Erstellung von Businessplänen und sie werden auch genutzt. Woran es unserer Erfahrung nach mangelt, ist das Wissen und Verständnis für die individuellen Anforderungen, die Kreditgeber an Konzept und Gründerperson stellen. Diese Anforderungen sind von Bank zu Bank verständlicherweise unterschiedlich. Hilfreich ist hier, wenn der Gründungsberater diese Anforderungen aus der Zusammenarbeit mit der Bank kennt.
 
smartgründen: Wie sieht die inhaltliche Qualität der Businesspläne aus?
 
Dr. Flehmig-Pichlmaier: Die Aussagen der Banken sind diesbezüglich sehr widersprüchlich. Zum Einen hören wir, dass sich die Qualifikation der Gründer verbessert hat und dann hören wir das genaue Gegenteil, abhängig von den Regionen, in denen gegründet wird. Entscheidend für die Umsetzung der Businesspläne und eine positive Kreditentscheidung ist eine nachhaltige und lösungsorientierte Beratung. Man sollte Verständnis dafür haben, dass die Bankberater ihr Kerngeschäft in der Finanzberatung sehen und nicht in der Entwicklung von Geschäfts- und Marketingplänen.
 
smartgründen: Wodurch zeichnet sich die Beratung bei smartgründen aus?
 
Dr. Flehmig-Pichlmaier: Bevor wir den smartgründen-Prozess entwickelt haben, haben wir mit allen Partnern im Gründungsprozess gesprochen, so auch mit den Kreditgebern. Die Ergebnisse sind in das Prozessmanagement eingeflossen. Das heißt, wenn der Gründer seinen Businessplan mit smartgründen erstellt, sind alle formalen und inhaltlichen Anforderungen der Kreditgeber und Förderbanken bekannt und die Finanzierungspartner können schnelle und fundierte Entscheidungen treffen.