Lindner und die „Zweite Chance“

04.02.2015 - 09:15
Die Wutrede von Herrn Lindner hat in den sozialen Medien ein ungewöhnlich positives Echo ausgelöst. Unter dem Titel Second Chance hat die EU-Kommission bereits 2011 eine Studie veröffentlicht, die besagt, dass die für die Volkswirtschaften dringend benötigten Gründungen nicht passieren, weil potenzielle Unternehmer zu große Angst vor dem Scheitern haben:
„Many would-be entrepreneurs do not start a company because of their fear of the consequences of business failure and thousands of companies are not created and tens of thousands of jobs are not created every year in Europe. Fear of bankruptcy and its consequences acts as an effective deterrent to entrepreneurship. An effective second chance policy is fundamental to send a message that entrepreneurship may not end up as a "life sentence" in case things go wrong.

95 Prozent aller ehrenwerten Unternehmer, die ihr Unternehmen aufgeben mussten, werden unter Generalverdacht gestellt. Nur vier bis sechs Prozent aller Insolvenzen haben einen betrügerischen, kriminellen Hintergrund: „Yet, even though only 4-6% of bankruptcies are fraudulent, public opinion makes a strong link between business failure and fraud. Many honest bankrupts feel discouraged to re-start due to the stigma and difficulties or discrimination faced after a bankruptcy.“

Dabei stellt die Studie gleichzeitig fest, dass Unternehmer, die einmal gescheitert sind, bei einer zweiten Chance erheblich bessere Ergebnisse erzielen. „Most of the time business failure is not due to the incompetence of the entrepreneurs but to external circumstances, yet legislation and support programmes do not discern among an entrepreneurial failure and a personal failure.“

Wir haben die Empfehlungen, die die EU-Kommission 2014 dazu veröffentlicht hat, ernst genommen. Zur Verhinderung von Insolvenzen gerade für kleine und mittlere Betriebe haben wir im smargründen-Prozess die empfohlenen Maßnahmen standardisiert umgesetzt:
Entrepreneurs are to be encouraged to take action at a very early stage of financial problems. The right environment needs to be created to make this happen." Für uns heißt das, dass alle Partner nach der Gründung über ein Früherkennungssystem verbunden sind und so finanzielle Probleme rechtzeitig erkannt werden, beispielsweise wenn Kunden Zahlungsaufforderungen nicht nachkommen, Lieferanten zu spät liefern oder sich die Markt-/Wettbewerbssituation kurzfristig verändert.

„Training on financial planning and management to small entrepreneurs would also improve the situation of early stage financial problems“
Für uns heißt das, dass Jungunternehmer auch nach der Gründung von erfahrenen Beratern begleitet werden, um Fehler zu vermeiden und Chancen zu nutzen.
 
Denn gemeinsam bringen wir auch Ihre Idee zum Erfolg.