Laut, ruhig oder schrill - wie sieht der perfekte Gründer aus?

28.04.2014 - 08:30
Entscheidend für die erfolgreiche Gründung ist nicht nur das Geschäftsmodell, sondern auch die Gründerpersönlichkeit. Viele Menschen, die am Gründungsprozess beteiligt sind, behaupten, dass sie eine gute Menschenkenntnis haben und genau wüssten, wie ein guter Gründer aussieht. Nur leider, sieht darin jeder etwas Anderes – und kaum jemand gibt zu, wenn er sich irrt.


Faktor Mensch

Die Wissenschaft spricht hier von einem Bestätigungsfehler. Menschen haben die Neigung, Informationen so auszuwählen, zu suchen und zu interpretieren, so dass eigene Erwartungen oder auch Vorurteile bestätigt werden. Die erste Einschätzung, die nach dem ersten Kontakt mit dem  Finanzberater, Lieferanten oder Vermieter erfolgt, ist kaum zu revidieren. Der Gesprächspartner, mit dem der Gründer über Kredite oder Zahlungsziele verhandelt, sieht im weiteren Gespräch nur die Argumente und Verhaltensweisen, die seinem Erfahrungsschatz entsprechen. Weitere Argumente, die für den Erfolg des Gründers sprechen, werden einfach ausgeblendet. Die Wahrnehmung des Gesprächspartners gleicht einer Taschenlampe im Dunkeln: Er sieht nur das, was sich in seinem Lichtkegel befindet.
Nur höchst widerwillig sind Menschen bereit, ihre Menschenkenntnis und erste Meinung zu korrigieren.

Widersprüchliche Vorurteile über Gründer

Hinzu kommt, dass die meisten Gesprächspartner des Gründers ein klares Bild davon haben, was einen erfolgreichen Gründer ausmacht. Das Problem: diese Vorurteile sind durchaus widersprüchlich. Je nach Erfahrungsschatz sollten für den Einen, Gründer lieber nicht zu risikobereit sein, Andere schätzen genau das – zusammen mit einem souveränen Auftreten. Mal wird bei der Bewertung der Gründerpersönlichkeit die Vertriebs- und Verkaufsstärke für essentiell befunden, einem Anderen sind „marktschreierische“ Argumente höchst verdächtig. 
Einige Finanzinstitute bieten Gründern deshalb Kurse an, in denen sie lernen, wie sie am besten mit Bankberatern sprechen und deren Erwartungen positiv erfüllen. Aber was sagt das über die Gründerperson und künftigen Jungunternehmer aus?

Objektives Persönlichkeitsprofil für Jungunternehmer

Der Deutsche Gründerverband hat mit dem Scheelen Institut smartprofil entwickelt, um die Fähigkeiten und Kompetenzen des Gründers und Jungunternehmers objektiv zu bewerten. Denn was im Bereich Führungskräfte-Entwicklung und Management-Diagnostik anerkannt ist, ist auch bei der Einschätzung von Gründern und Jungunternehmern möglich.

Auf wissenschaftlicher Basis beschreiben wir die wesentlichen Motive und Verhaltensdimensionen für erfolgreiche Jungunternehmer und haben daraus einen exklusiven Persönlichkeitstest entwickelt. Der Gründer und angehende Unternehmer erfährt so, ob er den Anforderungen des Unternehmertums gewachsen ist, in welchen Bereichen er ggf. Unterstützung oder Coaching braucht.

So sind Bankberater und andere Entscheider sind nicht mehr „nur“ auf ihr Bauchgefühl und ihren Erfahrungsschatz angewiesen, sondern haben nun objektive Argumente in der Hand, um die Gründerpersönlichkeit einzuschätzen. Denn, was bringt die beste Geschäftsidee, wenn dem Gründer unternehmerisches Verhalten fehlt.
Aus unserer Kolummne auf Focus Online