Der richtige Standort – mehr als eine Frage des Gefühls

14.03.2014 - 14:30
Für den Erfolg eines Unternehmens ist der Standort sicher wichtiger als manche Bonitätsprüfung, mit der ein Gründer konfrontiert ist. Je nach Geschäftsmodell beeinflusst die Lage des jungen Unternehmens die gesamte Finanzplanung. Umso entscheidender ist, dass der Gründer bei der Standortanalyse mit nachprüfbaren Fakten, validen Statistiken und wissenschaftlichen Methoden arbeitet.  

 

Persönliche Vorlieben

Bei der Frage nach den Auswahlkriterien des Standorts hört man vom Gründer viel zu häufig die Antwort: „Ich kenne die Gegend“ oder „…die Miete ist dort wirklich günstig“. Persönliche Motive, seien es das bekannte Umfeld, die Nähe zum Wohnort oder die Verbundenheit zu Kultur und Natur beeinflussen eine der wichtigsten Entscheidungen für den Unternehmenserfolg. Nur – unterstützen diese Kriterien auch das Geschäftsmodell und erhöhen sie die Rentabilität?
 

Die Kosten der Lage

Eine wichtige Frage für die Wahl eines Standorts sind zweifellos die Kosten. Wir unterscheiden hier zwischen dem Makro- und dem Mikrobereich. Zum Makrobereich gehören Abgaben und Steuern, eine Einschätzung von Logistikkosten, die die durch die Anbindung von Lieferanten entstehen, die Infrastruktur und Verkehrslage.
Der Mikrobereich umfasst die Kosten am und im Unternehmenssitz. Dazu gehören neben der Miete und den Nebenkosten, Kosten für Renovierungs- oder Umbauarbeiten, die beispielsweise aufgrund behördlicher Auflagen durchgeführt werden müssen. Viele Selbstständige müssen die Frage beantworten, ob sie einen eigenen Meeting- und Konferenzraum, der die meiste Zeit leer steht, mitmieten oder ob die Möglichkeit besteht bei Bedarf einen Raum zu organisieren?
 
In der Regel sind diese Kostenfragen einfach und schnell geklärt. Erheblich schwieriger zu kären ist die Frage, welchen Einfluss der Standort auf den Umsatz hat.
 

Standort – Chance oder Risiko

Gerade im stationären Handel birgt die Standortwahl erhebliche Chancen, kann aber auch direkt in die Katastrophe führen. Der angehende Unternehmer braucht eine realistische Einschätzung über Passantenströme, Einkaufswahrscheinlichkeiten und Umsatzpotenziale unter Berücksichtung unmittelbarer Wettbewerber und Frequenzbringer.
Manch ein Gründer setzt sich deshalb den ganzen Tag auf einen Klappstuhl und macht eine Stichprobe über potenzielle Käuferinnen und Käufer. Statistische Jahrbücher und Einwohnermeldeämter liefern Daten zum gesamten Ort, lassen sich in der Regel aber nicht auf die unmittelbare Umgebung des neuen Geschäfts runterbrechen. Zur Einschätzung der Verkehrssituation genügt ein Blick in den Fahrplan öffentlicher Verkehrsmittel und die Dauer bei der Parkplatzsuche.
Persönliche Besuche vor Ort und telefonische Gespräche mit potentiellen Kunden, Lieferanten, möglichen Wettbewerbern tragen zur realistischen Einschätzung bei. Insbesondere aus Informationen über die Lage, Ladenausstattung, Größe der Verkaufsfläche von Wettbewerbern bringen unverzichtbare Erkenntnisse über den Nutzwert eines möglichen Standorts. Ein mühsames Unterfangen, das viel Zeit und Energie kostet.
 

Standardisierter Standortcheck

Inzwischen gibt es Anbieter am Markt, die Gründern zum günstigen Preis alle notwendigen Daten liefern, die für eine seriöse Absatz- und Umsatzkalkulation bezogen auf den Standort notwendig sind. Beispielhaft ist der Online Standortcheck, den gb consite über die Plattform smartgruenden.de anbietet und der seinerzeit mit dem Deutschen Gründerpreis ausgezeichnet wurde. Auf der Grundlage aktueller Datenbanken und  statistischen Auswertungen, verknüpft mit wissenschaftlich anerkannten Prognosetools liefert der Dienst aussagekräftige Daten zu Umsatzpotenzialen, Käuferflüssen....., die in die Finanzplanung aufgenommen werden können. Die Kalkulation bestätigt dann ihre Standortwahl, kann aber auch zu der Erkenntnis führen, dass der Laden ein paar Hundert Meter entfernt besser laufen würde.
 
In jedem Fall liefert die internetbasierte Standortanalyse Daten, die Umsatz- und Rentabilitätsplanung auf eine objekte und belastbare Grundlage stellen und nicht nur Investoren, Kreditgeber oder Fördergesellschaften ein gutes Gefühl geben.